Zum Abschluss unserer Reise durch das alte Faldyran, während dieser wir so wissbegierig die alten Schriften studiert und unterhaltsame Erkenntnisse aus der Zeit des Mittelalters gewonnen haben, bieten wir den Geschichtsfreunden unter unseren Besuchern nachfolgend eine Auflistung an, die bedeutende geschichtliche Ereignisse im europäischen und außereruopäischen Kulturkreis in der Zeitspanne von 1000 Jahren zum Kennenlernen bereithält.

Dieses Verzeichnis wird ständig auf dem Laufenden gehalten und soll die Bedeutung der Historie und ihrer Zusammenhänge unvergessen machen.
Natürlich stehen wir in diesem Zusammenhang den Ergänzungen und Vorschlägen unserer Leser und Besucher offen gegenüber und freuen uns darauf, hier die Geschichte des Mittelalters gemeinsam fortzuschreiben.





Das 5. Jahrhundert



Die Chinesen erfinden den Steigbügel. Attila stirbt, sein Reich in Asien und Europa zerfällt mit seinem Tod. Im ehemaligen Gallien begründet sich das Frankenreich. Erste sächsische Stammesangehörige gelangen nach Großbritannien, und das Römische Reich hört auf zu existieren.


400
n. Chr.
Im fernen Japan bricht um die Jahrhundertwende herum das Zeitalter der Monarchie an. Mehr als 100 kleinere Stammesreiche schließen sich zu einem Bündnis und einem Staatsverband zusammen und verkünden von der Region Yamato aus ein neues Gesellschaftssystem. Die bislang unangetastete Sippenherschaft wird abgeschafft, Ziel dieser Bewegung ist eine absolutistische Monarchie, die im 8. Jahrhundert erreicht wird.
432
n. Chr.
Magonus Sucatus Patricius, genannt Patrick der Heilige, entfaltet sein Wirken auf der Insel von Irland. Im Auftrag der katholischen Kirche verbreitet der Missionar, der in früher Jugend sich dem Christentum zuwandt, den christlichen Glauben im gesamten Land, indem er zahlreiche Schulen und Klöster errichtet und die bisher beim Volke übglichen heidnischen, naturreliglösen Bräuche dadurch zunehmend verdrängt.
450
n. Chr.
Angehörige der Sachsen, Angeln und der Jüten setzen vom kontinentalen Westeruopa auf die britischen Inseln über. Nach ihrer Ankunft an den Küsten beginnt sogleich der Kampf um die Vorherrschaft gegen die einheimischen Pikten und Skoten (schotten), der schließlich Jahre später zugunsten der unter dem Volk der Angelsachsen vereinten Neuankömmlingen entschieden wird.
451
n. Chr.
Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Der römische Feldherr Flavius Aetius führt die vereinigten Streitkräfte der Burgunder, Römer, Alanen und Westgoten auf den Katalaunischen Feldern in die Schlacht gegen die Hunnen unter Attila und beendet mit dem Sieg über die gut 45.000 hunnischen Krieger deren Eroberungsfeldzug in Europa.
476
n. Chr.
Germanische Hilfstruppen rebellieren und stürzen den römischen Kaiser, Romulus Augustulus. An seiner Stelle übernimmt der germanische Söldnerfüher Odoaker die Herrschaft über das formal noch bestehende (West-)Römische Reich und amtiert als König bis zu seiner Ermordung im Jahre 493 n. Chr.
486
n. Chr.
Nach seinem Sieg über Syagrius, dem letzten selbstständigen römischen Herrscher, begründet Chlodwig das Frankenreich. Chlodwig nutzte die Chance um so die Teilkönigreiche zu beseitigen und ein germanisch-romanisches Reich zu gründen. Nach den Siegen über Sigibert von Köln sowie Ragnachar führte er 496/706 einen erfolgreichen Alamannenkrieg. Endgültig reichte das Fränkische Reich, nach der gewonnenen Schlacht bei Vouillé über die Westgoten, bis tief in die Bretagne.


Das 6. Jahrhundert



Die germanische Völkerwanderung geht zu Ende. Im Mittelmeerraum bricht die Justitianische Pest aus und fordert tausende Todesopfer. Slawische Stämme kommen aus dem Osten Europas bis in die Gegenden des heutigen Sachsen und Brandenburgs.


529
n. Chr.
Von dem dekadenten Lebensstil in Rom angewidert, sucht Benedikt, der seine Ausbildung in einer römischen Privatschule verbrachte, nach der Ordnung und dem Sinn des Lebens in der christlichen Religion. 529 gründete der später als Benedikt von Nursia bezeichnete Kanoniker den Benediktinerorden auf dem Kloster Montecassino.
532
n. Chr.
Der Aufstand von Nika hält im Januar Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, in Atem. Die ursachen jenen Volksaufstandes waren von mehreren verschieden Ausgangssituationen geprägt, die in ihrer Gesamtheit den Wandel eines politischen Protestes hin zur offenen Erhebung der Massen bewirkt haben. Bei den tagelangen Unruhen kamen mehr als 50.000 Menschen ums Leben. Zahlreiche volkseigene und herausragende Gebäude, wie zum Beispiel die Hagia Sophia, wurden dabei bis auf die Grundmauern verwüstet. Der Aufstand von Nikosa wurde schließlich unter Einsatz herbeigerufenener kaisertreuer Truppen unter dem Kommando des Generals Belisar und anderen rigoros niedergeschlagen.
538
n. Chr.
In Konstantinopel wird der Neubau Sophia eingeweiht. Der griechischen Bedeutung nach als die „Heilige Weisheit“ bezeichnet, handelt es sich bei jener Kirche architektonisch um einen zentralbasilikaler Bau, der auch vor seinem islamischen Umbau 1453 einer Moschee ähnelte, aber als Krönungsort der byzantinischen Kaiser ein christlich-orthodoxes Haus war.
570
n. Chr.
Mohammed ibn 'Abd Allah ibn 'Abd al-Muttalib ibn Haschim ibn 'Abd Manaf al-Quraschi, kurz Mohammed genannt, wird um 570 n. Chr. in Mekka geboren. Er gilt als der Begründer der islamischen Religion und wird als der letzte aller Prohpeten gesehen, dem die letzte Offenbarung Allahs zuteil geworden ist.
568
n. Chr.
Mit der Eroberung Norditaliens 586 durch die Langobarden beginnt die letzte Phase der spätantiken Völkerwanderung. Das Langobardenreich umfasste Norditalien und Teile Mittel- und Süditaliens. Seinen größten Machteinfluss erreichte der königliche Stamm, der von den Niederungen der Elbmündung im 4. Jh. aufbrach, als sie ab 774 unter dem Italienfeldzug Karl des Großen die rechte Hand des späteren Kaisers bildeten.
594
n. Chr.
Shotoku Taishi, der Kronprinz Japans, verfügt über die offizielle Anerkennung des Buddhismus als Staatsreligion. Mit der einst aus Indien kommenden Lehre entsteht neben dem Shintoismus nun eine zweite Glaubensrichtung auf den japanischen Inseln.


Das 7. Jahrhundert



In Europa bricht das Frühmittelalter an. Die Araber entdecken die Herstellung der Seife und beginnen mit der Expansion in Richtung Westen. Der bisher stark vertretene Münzverkehr wird zunehmend vernachlässigt und läßt den Tauschhandel wiederkehren.


604
n. Chr.
Nach der Aufwertung des Buddhismus zur zweiten Staatsreligion in Japan, verfasst Kronprinz Shotoku die sogenannte 17-Artikel-Verfassung. Inhaltlich beschäftigt sich der Text mit dem Ansinnen einer gerechten Herrschaft und stützt sich dabei auf bereits vorhandene, konfuzianische und buddhistische Leitlinien.
610
n. Chr.
Herakleios gelangt auf den Thron des oströmischen Kaisers und läutete mit seiner Dynastie die bis 711 regierte die Mittelbyzantinische Periode ein. Seine Regierungszeit war von inneren Reformen und Grabenkämpfen geprägt sowie den Einfall der Persier und Araber. Bereits 603 fiel der persische Großkönig Chosrau II. in oströmisches Gebiet ein und eroberte 614 Jersualem samt der heiligen Kreuzreliquie. Bis Herakleios reagieren konnte fiel sogar Ägypten unter persische Herrschaft. In der Gegenoffensive mit seiner entscheidenden Schlacht bei Ninive im September 627 konnte Herakleios die Perser schlagen.
632
n. Chr.
Die Gunst der Stunde ausnutzend, das Persien und Rom durch ihren jahrelangen Krieg geschwächt worden sind, ergreifen arabische Stämme die Initiative. Von Mekka aus, dem beginnt ihre Expansion nach Westen hin. Der Orient, Zentralasien und schließlich Teile Europas werden von den Anhängern des Propheten Mohammeds innerhalb weniger Jahrzehnte erobert. Das Zeitalter der arabischen Vormachtstellung beginnt.
656
n. Chr.
Der Kalif Uthman ibn Affan verfasst aus den einzelnen vorhandenen Überlieferungen des Propheten Mohammeds den Koran, die Heilige Schrift des Islam. Das Werk ist in 114 Suren unterteilt und war lange Zeit nicht zu übersetzen, da nach Ansicht islamischer Theologen jede Übersetzung einem gewissen Ermessen unterliegt und der Koran daher falsch interpretiert werden könnte.
687
n. Chr.
Mit der Schlacht bei Terty sichern sich die Karolinger immer mehr die Macht im Frankenreich. Im innenpolitischen Ränkespiel nahmen sie als Hausmeier regionale Verwalterdienste als auch Kabinettsaufgaben in unmittelbarer Nähe des Königs ein. Mit der Linie der Pippiniden (Pippin der Ältere ab 624/25 Hausmeier) wird das Schicksal des Frankenreichs nun mehr besiegelt bis Karl der Große 800 in Rom zum Kaiser gekrönt wird, der dem großen Karolingerreich auch seinem Namen gab.


Das 8. Jahrhundert



Das Lehenwesen etabliert sich in den germanischen Herrschaftsgebieten und drängt die bisher freien Bauern in zunehmende Abhängigkeit. Der Araber Abu Musa Dschabir ibn Hayyan begründet die Lehre und Anwendung der Chemie. Karl Matell stirbt, und Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt.


711
n. Chr.
Mit dem Vormarsch der Araber spürten die Spanier als erste Europäer den Mythos des Arabischen Herres. Seinen Anfang fand die Legende in den zahlreichen Zügen und Schlachten im Vorderen Orient wie um Damaskus, Jerusalem und Alexandria. Das sassanidische Perserreich erstreckte sich in den letzten drei Dekaden des 7. Jh. vom Bosporus über Karthago bis ins ferne Indien. Um 600 begann der Vormarsch auf Europa, im Jahr 712 fiel Spanien in arabische Hand.
732
n. Chr.
Schlacht von Tours und Poitiers. Fränkische, friesische, sächsische und langobardische Truppen schlagen unter Karl Martell das aus Spanien anrückende Expansionsheer des Sultans Abd ar-Rahman zurück und beenden die islamische Expansion der Araber ins Innere Europas.
751
n. Chr.
Mit der Eroberung Ravennas als Hauptstadt des weströmischen Reich sind die Langobarden auf dem Höhepunkt ihrer gesamtgeschichtlichen Macht angelangt. Bestätigung ihres Einflusses fand der letzte Langobarden-König Desiderius nachdem sie trotz der Eroberung ihrer Hauptstadt Pavia unter Karl dem Großen 774 einige norditalienische Provinzen behalten durften und bis ins 11. Jahrhundert besaßen. Die italienische Provinz Lombardei verdankt ihrer Geschichte aus drei Jahrhunderten Langobarden Herrschaft noch heute ihre Namen.
754
n. Chr.
Im französischen Quierzy unterzeichnen der Frankenkönig Pippin III. sowie Papst Stefan II. die später so genannte Pippinische Schenkung. Gegenstand dieser Abmachung war die Anerkennung der Karolinger als führende Königsdynastie durch die Kirche, während die fränkischen Herrscher wiederum der christlichen Glaubensgemeinschaft die Gründung eines eigenen Kirchenstaates erlauben.
772
n. Chr.
Die Sachsenkriege Karls des Großen beginnen. Gemäß seiner Lehre, Reich und Kirche seien eins, zwingt der König des Fränkischen Reiches die jenseits des Rheines siedelnden sächsischen Stämme mit der blanken Waffe zur Annahme des christlichen Glaubens. Die bis zum Jahre 805 n. chr. andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen fordern viele Leben im sächsischen Stammesvolk, das letzten Endes bezwungen worden ist und sich größtenteils dem Christentum unterworfen hat.
793
n. Chr.
Mit der Plünderung der Abtei Lindisfarne und dem Kloster Jarrow beginnen die Raubzüge der Wikinger. Nach den Plünderungen in England, schaffen es die Wikinger unter König Godfred in Norddeutschland sich Gebiet zu sichern (Errichtung Burg Itzehoe 810). Die Raubzüge aber auch das Handelsgeschick der Wikinger nehmen zu. Neben den Scharmützeln von der Loire bis zur Seine (810-820) und der mehrmaligen Einnahme Paris (858-861) erweitern die Wikinger ihr Einflussgebiet bis zur Gründung der wichtigen Ostseehandelsstation Nowgorod durch Rurik (862).


Das 9. Jahrhundert



Die Wikinger fallen in das heutige Frankreich ein. Der Bau der Hammaburg durch Karl den Großen bildet die Grundlage für die Entstehung des heutigen Hamburg. In Europa werden die ersten Burgen aus Holz, die sogenannten Motten, errichtet.


800
n. Chr.
Der fränkische Herrscher Karl der Große wird wird in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Damit wird der schon Jahrzehnte andauernde Aufstieg des Fränkischen Reichs zu einer anerkannten Großmacht in Europa feierlich in aller Öffentlichkei gewürdigt.
813
n. Chr.
Auf der Synode von Mainz wird erstmals in Deutschland das Christfest als ein Feiertag zu Ehren der Geburt von Jesus Christus eingeführt.
819
n. Chr.
Gozbert, ein Mönch vom Orden der Benediktiner, entwirft auf einem 77 cm x 122 cm großen Pergament den Grundriss des späteren Klosters St. Gallen. Nach dessen Errichtung wird dem Ordenshaus wenig später die berühmte, gleichnamige Stiftsbilbiothek angegliedert, wo auch heute noch zahlreiche unschätzbare Dokumente aus der Epoche des Mittelalters aufbewahrt werden.
825
n. Chr.
Sächsische Siedler beginnen mit dem Bau der Siedlung Hammaburg. Die Ortschaft, mehr als 20 Jahre später von den Wikingern geplündert wird, gilt als die Keimzelle der heutigen Großstadt Hamburg.
843
n. Chr.
Teilung des Frankenreiches durch den Vertrag von Verdun. Es entstehen das selbständige Westfrankenreich, Ostfrankenreich und das Mittelreich.
870
n. Chr.
Auf der Fahrt über die See von Skandinavien nach Westen macht der Wikinger Gardar Svavarsson Halt auf der Insel von Island. Nachdem er das Eiland ausgiebig erforschte und in deren Norden den Winter verbrachte, begründete der Schwede die Siedlung Húsavík und leitete damit die Besiedelung Islands in den nachfolgenden Jahrzehnten ein.
899
n. Chr.
Mit dem Einfall der Magyaren - einem Reitervolk aus den fruchtlosen Steppen des heutigen Ungarns - in Oberitalien und der Niederlage des Königs Berengar I. in der Schlacht an der Brenta, beginnen in Europa die sogenannten Ungarnkriege. Die wüsten Horden, die unvermittelt und völlig überraschend über weite Teile Westeuropas herfallen, verfolgen mit ihren Kriegszügen keinerlei politische oder religiöse Ziele. Ihr ausschließlich auf Raub und Zerstörung ausgerichteter Wille führt sie in ihren zahlreichen Feldzügen, die bis ins Jahr 955 n. Chr. andauern, unter anderem über das Ostfrankenreich bis an die Küste des heutigen Frankreichs. Der Taktik der Magyaren, auf schnellen Pferden rasch und praktisch allerorts zuzuschlagen, stellt die Armeen der westeuropäischen Feudalstaaten zu anfangs auf eine fast unüberwindbare Probe.


Das 10. Jahrhundert



Das Frühmittelalter neigt sich dem Ende zu. Die katholische Kirche nimmt die erste Heiligsprechung in ihrer Geschichte vor. Die Normandie entsteht, Dänemark wird christlich. Die Ottonen kommen an die Macht, und das Heilige Römische Reich bildet sich aus dem Ostfrankenreich heraus.


919
n. Chr.
Das Ostfränkische Reich wird durch die Wahl Heinrich I. erstmals von einem Sachsen regiert. Der Nachfolger Konrad I. sieht sich einer immensen Anzahl an Herausforderungen gegenüber, die neben dem innerlichen Frieden auch den Bestand des erst wenige Jahrzehnte eigenständigen Reiches gefährden. Heinrich I. muss sowohl gegen seine eigentlichen Vasallen und Verbündeten mit Waffengewalt vorgehen als auch den immer wiederkehrenden Magyaren, den Reiterheeren aus der Steppe Ungarns, entgegentreten, um ein Auseinderfallen des gesamten Reiches zu verhindern.
925
n. Chr.
Aus den Weiten der östlichen Steppenlandschaften kommen die Reiter der Magyaren in das Ostfränkische Königreich. Unzählige Krieger, in großen Horden zu Zehntausenden vereint, fallen über die ländlichen Dorfgemeinschaften und schutzlosen Kloster in weiten Teilen Sachsens, Brandenburgs und Bayerns her und plündern und brandschatzen unaufhaltsam Land und Leute aus. Die Obrigkeit reagiert auf den überraschend ausgebrochenen Raubzug der Ungarn zunächst nur zögerlich und kann sich der Gefahr nur vereinzelt, und unter hohen Verlusten, erwehren. Erst mit Hilfe des Abschlusses einer Waffenstillstandsvereinbarung um 925 und die Zahlung hoher Tribute durch Heinrich II., lassen die Magyaren von ihren Plünderungen absehen, und dem Ostfränkischen Königreich (vorerst) den Rücken kehren.
937
n. Chr.
Nach seinen erfolgreichen Kriegszügen gegen die slawischen Sorben und der Besetzung ihres Territoriums, befiehlt Otto III. die Errichtung der sächsischen Ostmark. Das vom Ostfrankenreich abhängige Herrschaftsgebiet wurde jahrlang von Markgraf Gero dem Großen geleitet, bis es nach seinem Tode in fünf kleinere Marken zerschlagen worden ist. Auf diesem WEge entstanden die Mark Lausitz, Merseburg, Meißen, Zeitz sowie die Nordmark.
955
n. Chr.
Zwanzig jahre nach ihrer Niederlage in der Schlacht von Riade, greifen die Magyaren abermals das ostfränkische Herrschaftsgebiet an und ziehend plündernd und mordend durch das Land. Die vormals getroffene Tributvereinbarung mit Heinrich II. ist fortan ohne weitere Bedeutung, und die Ungarn ziehen sengend durch das Land bis in die südlichen Territorien hinein. Die herbeigerufenen Truppen aus Sachsen, Thüringen, und Bayern treffen zum Gegenschlag bei Augsburg ein und stellen sich am 13. August auf dem Lechfeld der zahlenmäßigen Übermacht des ungarischen Heerbanns. Angeführt von Otto I. erringen die vereinten Armeen nach stundenlangem Kampf einen überwältigenden Sieg über die 50.000 Magyaren, die beinahe die gesamte Streitmacht einbüßen und nach ihrer katastrophalen Niederlage niemals wieder im Ostfrankenreich gesehen wurden.
983
n. Chr.
Am 29. Juni begehren slawische Stämme östlich der Elbe gegen die sächsische Oberhoheit auf und zerstören in mehreren überraschenden Attacken die Burgen und Amtssitze der Bischöfe Brandenburgs, Hamburgs und der Altmark. Der Aufstand, der nach Einschreiten sächsischer Truppen von Gebieten auf westlicher Seite der Elbe ferngehalten werden kann, markiert den Beginn der fast 200 Jahre andauernden Kämpfe und Zusammenstöße zwischen Slawen und Teutonen. Dabei fällt die zuvor von den Teutonen kolonisierte Nordmark vorerst wieder zurück in die Oberhoheit der Slawen.
985
n. Chr.
Die byzantinische Prinzessin Theophanu (auch Theophània genannt) wird zwei Jahre nach dem Tode Otto II. Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Sie übte die Herrschaftsgewalt sieben lange Jahre bis zu ihrem Tod am 15. Juni 991 aus, während der sie umsichtige Politik ausführte und der byzantinischen Kultur und Lebensweise enormen Einfluss im Abendland verschaffte.


Das 11. Jahrhundert



Das elfte Jahrhundert steht im Zeichen von Konflikten und von Zwietracht zwischen den Religionen. Zuerst kommt es zur Spaltung der Christenheit, dann zum Streit um die weltliche Macht zwischen Kirche und Staat. Die Kreuzzüge christlicher Ritter in den Orient markieren den Anbeginn einer 200jährigen Auseinandersetzung um den wahren Gott und seinen Willen.


1000
n. Chr.
Europäische Siedler, Wikinger unter dem Kommando von Leif Errikson, betreten den Boden Nordamerikas und gründen dort die ersten provisorischen Behausungen. Es kommt zur Begegnung mit den Einheimischen dieser neuen Welt, den Indianern, die oftmals in verlustreichen Kämpfen mündeten.
1037
n. Chr.
Durch Gesetzesbeschluss von Konrad II. wird im Teutonischen Königreich ab sofort das Lehen erblich. Das Lehnverhältnis zwischen Vasall und Lehnsherr und die damit verbundenen Pflichten gehen somit auf Erben über.
1054
n. Chr.
Im fernen Universum, weit jenseits unserer Galaxie, explodiert im Sternbild des Stier ein Stern zu einer Supernova. Zahlreiche Astronomen verschiedenster Hochkulturen dieser Zeit, wie beispielsweise in Japan, China, Ägypten, Italien, Frankreich und in Byzanz, nehmen Kenntnis von diesem kosmischen Ereignis und fertigen über ihre Beobachtungen umfangreiche Aufzeichnungen an, der Nachwelt bis in die Gegenwart erhalten blieben.
Im Juli 1054 n. Chr. exkommuniziert Papst Leo IX. den Patriarchen von Konstantinopel, Michael I. Damit nimmt, nach einem vorangegangenen, jahrhundertealten Streit um den christlichen Glauben, das morgenländische Schisma seinen Verlauf. Die griechisch-orthodoxe und römisch-katholische Kirche sagen sich nach der zunehmenden Entfremdung endgültig voneinander los.
1066
n. Chr.
In der Schlacht von Hastings bezwingt der normanische Herzog Wilhelm der Eroberer am 14. oktober ein Heer der Angelsachsen unter König Harld II. Das Gefecht unweit der heutigen Ortschaft Battle gilt als Auftakt und Signal für die allmähliche Eroberung ganz Englands, die im Jahre 1071 erfolgreich abgeschlossen worden ist und die jahrhundertelange, alleinige Herrschaft der Angelsachsen beendet hat.
1071
n. Chr.
Bewaffnete Angehörige des großen Turkvolkes, die Seldschuken, dringen nach Anatolien ein und besiegen in der Schlacht nahe der Ortschaft Mantzikert das Heer des byzantinischen Kaisers Romanos IV. Das Byzantininische Reich hat durch die Niederlage enorm an Macht einbüßt, von nun an herrschen die Türken über das Land und begründen dort das Sultanat der Rum-Seldschuken.
1096
n. Chr.
Konzil von Clermont. Während einer vielseitig beachteten Predigt im französischen Clermont ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug auf. Tausende Ritter aus ganz Frankreich folgen daraufhin der Aufforderung des Kirchenoberhauptes und machen sich im Jahre 1097 n. Chr. auf den Weg in das Morgenland.
1099
n. Chr.
Jerusalem, heilige Stätte der Juden, Christen und der Mohammedaner, wird von den abendländischen Kreuzfahreren erobert. Die Ritter unter der Führung von Gottfried von Bouillon und anderen Fürsten, stürmen nach einer einmonatigen Belagerung am 14. Juli die Mauern der Stadt und bringen sie in einem ungeheuerlichen Rausch unter ihre alleinige Kontrolle. Damit ist der Erste Kreuzzug faktisch beendet. Drei Jahre nach Auszug der fränkischen Kreuzfahrer ins Heilige Land, regieren die Christen über küstennahe Teile des heutigen Nahen Ostens und gründeten dort vier Kreuzfahrerstaaten: das Fürstentum von Antiochia, die Grafschaften von Tripolis und Edessa sowie das Königreich von Jerusalem.